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Vulkantour

Rubrik:Radfahren
Start:Bahnhof Göttingen
Streckenverlauf:Bahnhof Göttingen-Göttinger Kiessee -Rosdorf-Tiefenbrunn-Olenhusen- Settmarshausen-Bördel-Hoher Hagen-Dransfeld- Hünenburg- Güntersen-Backenberg-Barterode- Grefenburg-Barterode-Ossenfeld- Knutbühren-Börltal-Grone-Bahnhof Göttingen
Ziel:Bahnhof Göttingen
Länge:64,00 km
Dauer:6 bis 7 Stunden
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Bis auf ein kurzes Stück mit der Beschilderung des Leinradweges, der dort parallel zur Route verläuft, gibt es keine weiteren Routenmarkierungen.
Besondere Hinweise:Achtung Radfahrer! Das Radwegenetz im Landkreis Göttingen führt überwiegend über Wirtschaftswege. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Land- und Forstwirtschaft. Die Benutzung der Wege geschieht auf eigene Gefahr.

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Informationen zur Tour

Im Mittelpunkt dieser Radtour stehen geologische Aufschlusspunkte und landschaftliche Besonderheiten, die im Zusammenhang mit der Entstehung des Göttinger Leinetalgrabens und der erdgeschichtlichen Entwicklung der Dransfelder Hochfläche stehen.

Göttinger Kiessee

Die Radtour zu den Vulkanbergen westlich von Göttingen gibt uns die Möglichkeit, einen Einblick in die erdgeschichtliche Entwicklung, die geologischen Verhältnisse sowie in die Nutzung der geogenen Ressourcen in dieser Region zu bekommen.
Über den Göttinger Kiessee, der durch den Abbau von Sanden und Kiesen der letzten Eiszeit entstanden ist, vorbei an den ehemaligen Tongruben zwischen Göttingen und Rosdorf mit ihren fossilreichen Tonvorkommen aus der Jura-Zeit (vor 195 bis 140 Millionen Jahren), der Rasequelle (Rasespring), einer großen Karstquelle, erreichen wir die von den Kalkgesteinen des Muschelkalk-Zeitalters (vor 225 bis 210 Millionen Jahren) dominierte Landschaft der Dransfelder Hochfläche.
Der Hohe Hagen, südlich von Dransfeld, gehört - wie auch der Backenberg bei Güntersen, der Ossenberg und die Grefenburg bei Barterode, die im Laufe der Tour angefahren werden - zu einer Reihe von basaltischen Vulkanbergen, die im Tertiär (vor 65 bis 2 Millionen Jahren) entstanden sind. In dieser erdgeschichtlichen Periode spielten sich in ganz Europa bedeutende tektonische Prozesse (Krustenbewegungen) ab. Die Alpen und Pyrenäen bildeten sich und der Oberrheintalgraben sank um ca. 3000 bis 4000 m ein. Auch der Leintalgraben, der wie der Oberrheintalgraben zu einem fast ganz Europa durchziehenden großen Grabensystem gehört, sank um ca. 600 m ein. Im Zusammenhang mit diesen tektonischen Ereignissen steht auch die Entstehung der Vulkanberge der Dransfelder Hochfläche. Durch die tiefgreifenden vertikalen Bewegungen wurden alte Spaltensysteme wieder aufgerissen, die als Aufstiegsbahnen für basaltische Schmelzen aus dem oberen Mantel (aus ca. 60 Km Tiefe) dienten. Diese Schmelzen sind bei ihrem Aufstieg aus dem Erdinneren in der Regel bis zur Erdoberfläche durchgedrungen und haben häufig die sie umgebenden tertiären Ablagerungen (Sande) überlagert. Am Westhang des Ossenberges hingegen ist das Phänomen zu beobachten, dass hier der Basalt schichtparallel in die älteren Gesteine des Unteren Muschelkalkes eingedrungen ist.
Nach unserem Abstecher zur Grefenburg steht noch der Besuch eines großen aufgelassenen Kalksteinbruchs auf dem Programm, in dem die neben den Basalten vorherrschenden und landschaftsprägenden Gesteine des Muschelkalk-Zeitalters besichtigt werden können.
Über das in die Gesteine des Oberen-Muschelkalk eingeschnittene Börltal gelangt man schließlich zurück nach Göttingen und kann im Ortsteil Grone die einzige noch produzierende Pfannensaline Europas (Saline Luisenhall) besichtigen, die aus über 460 m Tiefe eine 27 %ige NaCl-Sole fördert.

Steinbruch am Hohen Hagen

Förderturm der Saline Luisenhall

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Urheber: GeoWanderKarte GbR

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